verband bildender künstler thüringen
verband bildender künstler thüringen e.v.

Thema 2017



Der Verband Bildender Künstler Thüringen e.V. (VBKTh) schreibt in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten / der Thüringer Staatskanzlei ein weiteres Kunstprojekt im Rahmen der Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT aus:

THESE - ANTITHESE

mit drei Ausstellungsterminen und -orten
+ 23.7. bis 4.9.2017 in der Galerie Waidspeicher in Erfurt
+ 15.9. bis 22.10.2017 im KunstForum Gotha
+ Anfang 2018 im Museum Schloss Burg

Im Jahr des Reformationsjubiläums soll die Jahresausstellung des VBKTh eine grundlegende Denkfigur der europäischen Geistesgeschichte aufgreifen: Das Gegenüber von Rede und Gegenrede, Bild und Gegenbild, das Schema von THESE und ANTITHESE.

In der reformatorischen Diskussion des 16. Jahrhunderts wurde
diese Methode im Wort ebenso wie im Bild als wirksames didaktisches Mittel eingesetzt: Es diente zur theologischen Unterweisung und zur anschaulichen Unterweisung in Lehr- und Merkbildern, etwa in der Gegenüberstellung der zentralen Begriffe von Altem und Neuem Testament, nach reformatorischem Verständnis überführt in die Begriffe Gesetz und Gnade. Vor allem Lucas Cranach d. Ä. schuf hier einprägsame Bildformeln. Das Konzept wurde schon im frühen Christentum als Methode der Präfiguration angewandt. In der Gegenüberstellung einer Person oder eines Geschehens aus dem Alten Testament als Typus mit dem entsprechenden Antitypus des Neuen Testaments offenbarte sich in der Exegese der Bibel die heilsgeschichtliche Vollendung.

Das Denken und Argumentieren in Rede und Gegenrede ist Kern der Dialektik seit Sokrates über die logische Disputier- und Beweiskunst in Mittelalter und Reformation, über Kant und Hegel bis zu Marx. Hegel entwickelte mit Blick auf Religion, Kunst und Philosophie ein dialektisches System um die Polarität von Begriff und Realität, um subjektives und objektives Denken, um Natur und Geist.

Mit dieser Ausschreibung wendet sich der VBKTh ausdrücklich an möglichst viele Thüringer Künstlerinnen und Künstler. Nicht nur sie sollen mit ihrer Arbeit vorgestellt werden, sondern letztlich ist das Ziel immer ein Spiegelbild der gesamten Thüringer Kunstszene in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Wir machen deshalb mit unseren Ausstellungsthemen Vorgaben, die sich auf einen Aspekt konzentrieren, der – schlagwortartig formuliert – gleichzeitig möglichst vielen künstlerischen Positionen einen Ansatz bieten kann.

Im Jahr 2017 sollen Thüringer Künstlerinnen und Künstler aufzeigen, wo solche Gegensätze und Kontraste in ihrem Werk vorkommen und wie sie wirken, z.B.:

Wie ist die Funktion und Bedeutung dieses gegenüberstellenden Musters?

Wo und wie spielt diese Denkfigur eine Rolle in der Kunst der Gegenwart, im eigenen Werk?

Wie wird sie eingesetzt? Handelt es sich um ein Motiv, ein Gestaltungsprinzip oder ein inhaltliches Thema?

Welche Gegensatzpaare werden als wichtig empfunden und wie werden sie bildnerisch verarbeitet?

Fördert oder hemmt das Denken im Kontrastschema den Erkenntnisprozess beim Künstler/beim Betrachter?

Dient das Gegenüber von Gegensätzen zur Schärfung, zur Verdeutlichung der Mitteilung?

Wird aus Widersprüchen Reibungsenergie gewonnen oder sie aufgelöst?

Entsteht aus Bild und Gegenbild eine neue Verbindung von neuer Qualität?

Geht es um Polarität oder um Synthese? Gibt es denn Gut und Böse, Richtig und Falsch?



Die Mitglieder des Verbandes sind ebenso wie auch andere in Thüringen tätige Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich mit gestalterischen Mitteln zu diesem Thema zu äußern und Konzepte bzw. Beiträge einzureichen. Dabei ist jedes künstlerische Genre
willkommen.

Ausschreibung 2017



TEILNAHMEBERECHTIGUNG
Es sind Künstlerinnen und Künstler aller Bereiche der Bildenden Kunst angesprochen. Auch kunstwissenschaftliche Betrachtungen oder z.B. Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellungen (Vorträge, Podien, Workshops, Performances) sind als Ausstellungsbeitrag gewünscht. Teilnehmen können alle Künstlerinnen und Künstler, die Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen e.V. sind, sowie weitere professionelle Künstlerinnen und Künstler, die ihren Wohnsitz in Thüringen haben. Die Zusammenarbeit mehrerer Künstlerinnen und Künstler für einen gemeinsamen Beitrag ist möglich und erwünscht.

BEWERBUNGEN
Einzureichen sind Fotos der künstlerischen Beiträge zum ausgeschriebenen Thema und Kurztexte (textlich-inhaltliche Ergänzungen zur bildlichen Einreichung). Auch Einreichungen in der
Konzeptphase sind möglich (als Skizzen/Fotos).

BEWERBUNGSFRIST | FORM DER EINREICHUNG
• Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefon, Homepage)
• Angaben zum künstlerischen Beitrag (Titel, Entstehungsjahr, Technik, Material, Größe (H x B x T), ggf. Rahmengröße)
• Foto(s) und Kurztext(e)
• künstlerische Vita für Nicht-VBKTh-Mitglieder (max. 1 DIN A4-Seite)

Die Bewerbungen sind ausschließlich per Post bis zum 5.5.2017 (Posteingang) an den Verband Bildender Künstler Thüringen e.V., Krämerbrücke 4, 99084 Erfurt zu senden oder persönlich dort abzugeben.

Die vollständige Ausschreibung steht als PDF-Datei am Seitenende zum Download bereit.

Dank



Ermöglicht wird die Projektreihe WERT DER KREATIVITÄT seit 2012 durch die Förderung des Thüringer Ministeriums für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten / der Thüringer Staatskanzlei. Im Jahr 2017 unterstützt zudem die ART-regio der SV SparkassenVersicherung sowie das KunstForum Gotha das Ausstellungsprojekt.

weitere Informationen zur Projektreihe unter ...
...

Downloads


Ausschreibung 2017 (pdf, 92kB)
[—]